Dienstag, 4. August 2009

Seattle-Klischees

Seattle ist bekannt für zwei Dinge: Außerhalb der Sommermonate sind die Tage meist grau und regnerisch und man sieht so gut wie nie die Sonne. Und es gibt an jeder Ecke ein Kaffeehaus, wo sich die Einheimischen mit dem lebenswichtigen, schwarzen Getränk versorgen.

Auch wenn ich Seattle nur wenige Tage im Herbst erlebt habe, so decken sich meine Erfahrungen doch mit Erzählungen anderer: Entgegen des zur Zeit brillanten Sommerwetters hat Seattle auch ein anderes, graues, nasses Gesicht. Tage und Wochen, an denen die Sonne keine Chance hat und wo einfach alles grau ist. Aber die Leute hier sind es gewohnt und so sieht man eigentlich nur Touristen mit Regenschirmen. Einheimische ertragen scheinbar das miese Wetter. Und für einen Regenschirm ist hier auch kein Platz, die meisten Leute rennen eh mit Handy und Kaffeebecher in der Hand durch die Stadt, haben also keine Hand frei für einen Regenschirm.

Auf der anderen Seite ist das Stadtbild von Seattle geprägt von Kaffeehäusern. Laut Wikipedia kommt auf je 4000 Einwohner ein Kaffeehaus. Nicht von ungefähr ist es die Heimatstadt von Starbucks. Aber daneben gibt es noch viele weitere Ketten, nicht zuletzt Seattle's Best Coffee (was allerdings ein Tochterunternehmen von Starbucks ist) und Tully's - diese kleine Aufzählung musste auch sein, um dem Verdacht der Schleichwerbung in diesem Blog zu entgehen. Und das sind wie gesagt nur die ganz großen Ketten, von denen man einen an wenigstens jeder Straßenecke findet.

Und auch bei Microsoft Research gibt es auf jedem Stock zwei Kaffeeautomaten, die aus ganzen Starbucks-Kaffeebohnen Kaffee brauen. Oder man geht zum Kaffeestand in der Lobby. Denn auch (viele) Informatiker funktionieren nur mit viel Kaffee.